bookmark_borderDrei Jahre #StuFoExpo an der TU Dresden

Kanpp zwei Wochen nach Beginn meiner Promotion an der TU Dresden besuchte ich meine erste Konferenz als Doktorand. Es war allerdings keine Fachkonferenz.

Die Zweite Konferenz für studentische Forschung, die im Herbst 2017 stattfand, war eine interdisziplinäre Konferenz, organisiert vom bologna.lab der HumboldtUniversität zu Berlin (HU). Dabei trafen sich 30+ Studenten aus ganz Deutschland und 45+ verschiedenen Disziplinen zu einer zweitägigen Konferenz mit Vorträgen und Postern aus den unterschiedlichsten Forschungsbereichen.

Es war spannend und herausfordernd zugleich, die Forschung meiner Masterarbeit einem so breiten Publikum zu präsentieren und umgekehrt so vielen verschiedenen Vorträge zu hören. Ich war begeistert. Gleich nach der Konferenz wandte ich mich an einen der Organisatoren, um festzustellen, dass die Konferenz bereits eine etablierte Veranstaltung war, in dem Sinne, dass bereits feststand, welche Universitäten sie als nächstes ausrichten würden. Und dass es in den nächsten Jahren keine echte Chance geben würde, diese Konferenz nach Dresden zu holen.

Was ich aber aus diesem Gespräch mitnahm war die Inspiration, selbst eine Veranstaltung zu starten. Schließlich erinnerte ich mich an die Postgraduate Research Showcase, welche von der naturwissenschaftlichen Fakultät der University of New South Wales (UNSW) organisiert wurde und die ich 2016 als während meinem Auslandsaufenthalt besuchte. Wie wäre es also, eine „Student Research Expo“ an der TU Dresden zu organisieren? Mit den unterschiedlichsten Forschungsprojekten, an der jede Fakultät und jeder forschende Studi teilnehmen kann – egal, ob im Rahmen einer Hausarbeit oder einer Doktorarbeit.

Nach einer Diskussion mit meinen Kollegen zurück in Dresden schrieb ich eine E-Mail an den damaligen Rektor der TU Dresden, Hans-Müller Steinhagen, der den Vorschlag an den damaligen Prorektor Forschung, Gerhard Rödel, weiterleitete. Ein paar Wochen saß ich in einem Meeting dazu, wie man die „Student Research Expo“ tatsächlich in die Praxis umsetzen könnte.

Nach einem halben Jahr Vorbereitung wurde die #StuFoExpo am 4. Juli 2018 Realität

Das nächste halbe Jahr schrieb ich tonnenweise E-Mails, füllte Papierkram aus, um einen Vortragssaal für die Veranstaltung zu sichern, organisierte Sponsoring von BASF Schwarzheide und Southwall Europe und – last but not least – bestellte ich Catering. Der Plan sah wie folgt aus: Jeder Studi würde im Vorfeld einen Posterbeitrag vorbereiten und bei der Veranstaltung 90 Sekunden Zeit bekommen, um sein/ihr Forschungsprojekt dem Publikum vorzustellen. Danach würde es eine Postersession geben, um über die Forschung zu diskutieren und sich zu vernetzen, und am Ende würde eine Jury die besten Beiträge bewerten und es gab zusätzlich auch einen Publikumspreis.

Mit der Zeit stellte ich ein Team aus Kommilitonen und Freunden zusammen, die bei den Vorbereitungen und der eigentlichen Veranstaltung halfen. Das Team Initiation & Interaction unter der Leitung von Christian Bruchatz und Robert Fischer organisierte Workshops zum Thema „How to design a poster and pitch your project“. Und etwa zwei Monate vor der Expo startet unser Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen und viele Leute halfen uns, die Veranstaltung auf dem ganzen Campus bekannt zu machen. Als die Einreichung schloss, hatten wir mehr als 50 Beiträge erhalten, das war einfach unglaublich!

Eröffnung der #StuFoExpo 2018

Am 4. Juli 2018 war es endlich soweit: Die erste „Ausstellung für studentische Forschung“ (#StuFoExpo) startete.

Mit rund hundert Besuchern an einem Nachmittag merkten wir schnell, dass die Organisation von größeren Veranstaltungen eine Kunst für sich ist: Unsere Keynote lief deutlich länger, als geplant, was mir gerade noch genug Zeit gab, den Hausmeister zu rufen, um unseren Catering-Service mit Strom zu versorgen. Zur Pitch-Session kamen nur etwa 35 Studenten, die anderen waren mit Vorlesungen oder Kursen beschäftigt. Das erste Mal war etwas experimentell.

Die Postersession lief schließlich reibungslos, aber das Einsammeln aller Jury-Bewertungen und der Publikumsstimmen dauerte viel zu lange, und so waren für die Preisverleihung am Ende effektiv nur noch die studentischen Forscher:innen übrig.

Trotz aller organisatorischen Hürden löste diese erste Studentenforscher-Expo etwas aus. All die positiven Rückmeldungen zeigten uns, dass es möglich ist, mehr aus studentischer Forschung zu machen als Abschlussarbeiten einzureichen, die dann in der Schublade verstauben.

Danke an alle meine DDoc-Kollegen (DDoc’s (Dresden Doctoral Council) für ihre Unterstützung bei der Organisation der ersten #StuFoExpo 2018. Insbesondere Paula Penckert (links) und Anne Geißler (rechts).

Während für die TU Dresden Ende 2018 / Anfang 2019 die zweite Exzellenzrunde anstand und alle mit den Vorbereitungen beschäftigt waren, erhielten wir

a) erhebliche finanzielle Unterstützung von der Studentenstiftung Dresden (vielen, vielen Dank an Jens Bemme!), die uns half, einen studentischen Mitarbeiter, Paul Petzold, für die Organisation der zweiten #StuFoExpo anzustellen

b) und wir trugen sogar zur Bewerbung der TU Dresden im Rahmen der Exzellenzinitiative bei! Mit Hilfe von Jörg Schmidt und dem Zentrum für interdisziplinäres Lernen und Lehren (ZiLL) bewarben wir uns mit dem Konzept „FOSTER – Funds fOr STudEnt Research“ und deshalb bin ich auch besonders stolz und glücklich, dass die TU Dresden es in eine weitere Runde der Exzellenzförderung geschafft hat.

Obwohl ich im Laufe meiner Promotion an das Karlsruher Institut für Technologie wechselte, organisierte ich zusammen mit unserer studentischen Hilfskraft Paul Petzold auch die zweite Student Research Expo. Sie fand im November 2019 im Festsaal der TU Dresden statt: gründlich geplant, viel besser organisiert, in etwas kleinerem Rahmen, aber alles in allem eine tolle Veranstaltung. Und mit einer tatsächlichen Posterausstellung, die mehrere Wochen lang auf dem gesamten Campus zu sehen war. Die finanzielle Unterstützung durch die Studentenstiftung Dresden half uns sehr, die Zeit bis zur Bereitstellung der FOSTER-Mittel Ende 2019 zu überbrücken.

Die Dritte Student Research Expo fand letzte Woche, am 1. September 2020, als Online-Event statt: mit einem wunderbaren Keynote-Vortrag von Ronny Timmreck über seine Arbeit mit leXolar und Senorics und 20 studentischen Pitches, die als Video voraufgezeichnet wurden und die hier online stehen.

Es ist einfach schön zu sehen, wie sich diese Veranstaltung in den letzten Jahren entwickelt hat und freue mich darauf, dass die studentische Forschungsinitiative ihr volles Potenzial an der TU Dresden und darüber hinaus entfalten kann – indem sie Studierende, Forscher und die Industrie miteinander verbindet und Studis dazu inspiriert, schon früh zu forschen, vielleicht sogar vor ihrer Bachelorarbeit.

Wenn Du Ideen für die nächste Expo hast, Erfahrungen austauschen oder uns unterstützen möchtest, schreiben uns gerne eine E-Mail an:

stufoexpo@mailbox.tu-dresden.de