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Oft hört man das Mantra – gerade von Verfechtern des Datenschutzes und besonders in Bezug auf Facebook – dass wenn man nicht für ein Produkt bezahlt, man selbst das Produkt IST. Und da es vielleicht nicht die beste Idee ist, einfach die Mailadresse des eigenen Hosting-Providers zu nehmen, ist es bestimmt eine gute Idee, sich nach einem geeigneten externen E-Mail-Provider umzusehen. Und davon gibt es so einige.

Im Sommer 2019 stand ich auch vor genau dieser Frage und habe mich schließlich für ProtonMail entschieden, ein Dienst, der 2013 vom ehemaligen CERN-Physiker Andy Yen und anderen gegründet wurde. Nach einer erfolgreichen Indiegogo-Kampagne, hat sich das Projekt zu einem vollwertigen Unternehmen entwickelt, hat heute mehr als 10 Millionen Nutzer und setzt Branchenstandards in Sachen E-Mail-Sicherheit.

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Folgende drei Punkte haben mich an ProtonMail am meisten begeistert:

a) Das Branding

Wie cool wäre es, eine PROTON-E-Mail-Adresse zu haben? Vor allem, da ich selbst Physiker bin?!

Außerdem bieten sie die Kurzdomain yourname@pm.me* an, also wie nice ist das denn?

(*PM = private Nachricht, häufig in sozialen Netzwerken verwendet)

b) Sichere E-Mails

Alle E-Mails, die zwischen ProtonMail-Benutzern gesendet werden, sind standardmäßig verschlüsselt. Man muss also nicht mit öffentlichen Schlüsseln und zusätzlichen Plugins für die Verschlüsselung herumhantieren, ProtonMail kümmert sich automatisch darum. Darüber hinaus kann man selbstzerstörende Nachrichten erstellen und passwortgeschützte E-Mails auch an Nicht-ProtonMail-Nutzer senden.

Wahrscheinlich wird man nicht die Art von Schutz erhalten, die Spione und Whistleblower am Leben hält, aber auf jeden Fall erhält man anständigen Schutz vor neugierigen Blicken zu recht geringen Kosten und Aufwand.

c) Der Unsubscribe-Button

Ja, für jede E-Mail, die von einer Mailingliste stammt, gibt es einen Abmelde-Button! Kein lästiges Suchen nach dem winzigen Abmelde-Link in blassem Grau am Ende eines Newsletters und kein Klicken durch Feedback-Formulare mehr. Es ist einfach genial, wie sie auf so viele kleine, aber super-nützliche Details geachtet haben.

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Wie man oben sehen kann, ist außerdem das Laden der Inhalte einer E-Mail standardmäßig deaktiviert – eine weitere Funktion, die dem Posteingang mehr Sicherheit verleiht: Jeder in einer E-Mail potentiell enthaltene Code wird nur mit eigener Zustimmung ausgeführt.

Caveat

All dies kommt mit einem Vorbehalt: Bis Mitte 2016 blockierte Google ProtonMail in ihren Suchergebnissen für das Thema „sichere E-Mail“ und man kann immer noch einige Probleme bei der Anmeldung auf einigen Websites haben. Zum Beispiel investing.com hat meine ProtonMail abgelehnt. Aber abgesehen davon, habe ich keine ernsthaften Einschränkungen erlebt. ProtonMail funktioniert für mich bisher ausgezeichnet!

Die Proton-Mission

Es ist auch erstaunlich zu sehen, wie ProtonMail mit seiner Mission fortfährt, sichere Internet-Tools zu bauen, die die Privatsphäre respektieren. Im Jahr 2017 stellten sie Proton VPN vor, einen vollständig quelloffenen und transparenten VPN Dienst. Und im Dezember 2019 kündigten sie ein weiteres Projekt an, auf das ich ziemlich gespannt bin: den Proton-Kalender, der sich derzeit in beta befindet. Wenn man ein Proton Mail- oder Proton VPN-Account hat, kann man die Beta-Version testen unter https://beta.protonmail.com/login.

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Das war’s!

Welchen E-Mail-Anbieter nutzt Du? Schreib mir gerne eine Nachricht an

mail@benjaminwolba.com

(man kann auch externe Domains mit ProtonMail managen).

Disclaimer: Ich bin zahlender Kunde von ProtonMail, habe aber keine weiteren Geschäftsbeziehungen zu Proton Technologies AG habe.

Umfassendere Reviews

https://www.techspot.com/news/82776-protonmail-review-secure-email-really-secure.html

https://mashable.com/2018/03/21/what-is-protonmail/

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